Hochenergie- und Hochleistungsbatterien

Noch mehr Energie und noch mehr Leistung

Experten sind sich einig, dass Lithium-Ionen-Batterien die kommenden 20 Jahre den Markt dominieren werden. Sie gehen davon aus, dass diese Systeme evolutionär weiterentwickelt werden. Ein wichtiger Trend liegt derzeit in der Erforschung und Entwicklung von wiederaufladbaren Batteriesystemen, die deutlich höhere Energie- und Leistungsdichten aufweisen als gängige Lithium-Ionen-Batterien. Einige neue Materialien und Batterietypen wurden bereits identifiziert. Der Einsatz der neuen Materialien in Batteriezellen und die Anpassung bzw. Neuentwicklung von Produktionsschritten stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit aber noch vor große Herausforderungen.

Das hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) frühzeitig erkannt. Aus diesem Grund hat das Ministerium einen Schwerpunkt auf die Material- und Prozesstechnik für solche Systeme gelegt und fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus diesem Bereich in Batterie 2020. Neben den Materialien sollen auch ­die kompletten Zellsysteme und Prozessentwicklungen sowie deren gegenseitige Beeinflussung betrachtet werden.

Anoden aus Silicium

Anoden aus reinem Silicium

Ein Lösungsansatz ist, dem Silicium Raum zum „Atmen” zu geben, wenn es Lithium-Ionen aufnimmt und abgibt.

Anoden aus Silicium-Kohlenstoff-Kompositen

Ein weiterer Ansatz, die Volumenänderung des Siliciums zu kompensieren, ist im Labormaßstab bereits vorhanden. Man setzt nicht reines Silicium als Anodenmaterial ein, sondern Komposite aus Silicium (Si) und Kohlenstoff (C). Dieses Verbundmaterial besitzt Eigenschaften, die sich von denen der Grundbestandteile wesentlich unterscheiden. Dabei dient Kohlenstoff als Abstandshalter und elektrischer Leiter zwischen den Silicium-Partikeln. Somit kann die hohe Speicherkapazität des Siliciums genutzt und gleichzeitig eine erheblich verbesserte Lebensdauer erzielt werden.

Festkörperbatterien

Bislang enthalten Lithium-Ionen-Batterien neben den festen Komponenten, wie den Elektroden, dem Separator und dem Gehäuse, immer eine flüssige Komponente: den Elektrolyt. Durch ihn wandern die Lithium-Ionen, wenn Sie beim Be- und Entladen zwischen den Elektroden ausgetauscht werden. Schon seit langer Zeit versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen Festkörperelektrolyten in diese Batterien zu integrieren, sodass sie keine flüssigen Komponenten mehr enthalten. Sie erhoffen sich dadurch erhöhte Sicherheit, Langlebigkeit und vor allem höhere Energiedichten. Der Festkörperansatz bietet nämlich die Möglichkeit, neue Zellkonzepte zu realisieren und so den Anteil an elektrochemisch inaktiven Komponenten und den aufwändige Verschaltungen zu minimieren. Die Einführung solcher Festkörperelektrolyte in Lithium-Ionen-Batterien bringt aber viele neue Herausforderungen mit sich.

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